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Diary of a Super StarSanitäter Spunkner setzt die Spritzen |
°kolumneDiary of a Super StarSanitäter Spunkner setzt die Spritzen
In den Monaten der langen Tage und kurzen Nächte, der hohen Temperaturen und niedrigen Hemmschwellen, der Liebe und des Glücks treffen sich umnachtete Digitalos aller Herrenländer in dem kleinen Bungalowdorf Olganitz im sächsischen Niemandsland, um dem heiteren Hedonismus und dem digitalen Gesang der Nachtigall zu huldigen.
Doch all der Frohsinn und die Völlerei wären nicht möglich ohne die heimlichen Helfer und attraktiven Aktivisten hinter den Kulissen. Einer von ihnen ist Sanitäter Spunkner, der nach seinem Studium an der Flatulenz-Fakultät der Unterleibsuniversität Unterhachingen den hippokratischen Eid schwor, zu jedem Notfall zu eilen und alle Hühneraugen dieser Erde zu heilen.
Ritze, Ratze schnurchelt das Sanitätserschwergewicht auf seiner Matratze. So tankt er tiefenentspannt Kraft für die nervenaufreibenden Einsätze zwischen Alkohilsation und Amputation, die auf keinem zünftigen Festival fehlen dürfen und ihn in den kommenden Stunden wohl erwarten werden.
Ring-Ding-Ding! Plötzlich rattert das pistaziengrüne Plastiktelefon für Sanitätsnotfälle und Superheldeneinsätze mit abhörsicher Direktleitung in die ND-Komandozentrale. Schlaftrunken und mit glasigen Glupschern nimmt der Assistenzarzt Auth den Hörer von der Gabel und gurgelt ein gequaltes "Nu woh brennts'n?" in die Sprechmuschel.
Nach knapper Einsatzeinweisung springt der Rotkreuz-Reservist auf wie von der Klistierpumpe ins Rektum gestochen und flutscht wieselflink die Polyvinyl-Fingerlinge über die Pfoten. Sterile Greifer vermeiden schließlich schlimmen Eiter und so weiter..
Auweia, Juno6 von der japanischen Klangkurinsel Yamaha kullern große Krokodilstränen über die Bäckchen. Beim Akorde-Brettern hat er sich ganz unglücklich im schwarzweißen Tastenrausch das Knie an der Klaviatur ausgekugelt. Ein klassischer Künstlerunfall, der selbst den knallhärtesten Keyboarder zum Krüppel schlagen kann.
Doch Pflaser-Patrick, der alte Profi, hat das Missgeschick umgehend wieder eingerenkt und Stefaniks Duett-Schwester ein modisch todschickes und absolut stilsicheres Dino-Pflaster auf die angekratzte Kniescheibe gekleistert, das selbst die salzigsten Tränchen trocknen lässt.
Für die gute Laune schüttelt Placebo-Paddy noch ein paar kunterbunte Partypillen aus dem Ärmel. Was sonst nur die depressive Tante Dörte darf, wird nun dem kleinen Piano-Bambino zur Freude gereicht, der die verschreibungspflichtigen Stimmungsaufheller wie Kekse knuspert und alle Schmerzen sogleich vergisst.
Oh nein, es ist bereits Fünf nach Frühstück und die Bierbauch-Batterie muss schleunigst wieder beladen werden, bevor der Wohlstandswanst des Wohltäters an Umfang verliert. So spurtet der Dr. Brinkmann der Wurst-Intrubation geschwind zum analogen Ausschank, um sich genüsslich einen Bratriemen in die Kiemen zu beamen.
Doch kaum hat der Halbgott in Weiß mit Wampe das erste Stück vom Brutzel-Bernd im Brötchen in den Sanitäter-Schacht geschoben, klingelt auch schon die tragbare Telefonzelle im Tornister zur nächsten Lebensrettung. "Ni'ma in Ruhe fuddern kam'mer ier!" faucht der Freund der Leibesfülle.
Aber der Ärger über die Ablenkung ist abrupt verflogen als der Meister der Mullbinden eine bezaubernd bildhübsche Braut bewusstlos im Busch liegen sieht. Sogleich hechtet er selbstlos zur schlafenden Schönheit, um erste Hilfe zu leisten.
Prof. Polochski aus der Schwanzwald-Klinik prüft sofort den Puls. Der rast und rattern wie sein Rettungswagen mit gezündeter Lachgaseinspritzung für Mann und Motor. Für dieses akute Leiden kennt der Lazarett-Lude "Dr. Love" nur eine adäquate Behandlungsmethode: Zunge bis Lunge!
Schwuppdiflutsch erwacht das Dornröschen mit karmesinroten Wangen wieder zum Leben und schließt ihren runden Retter sofort in die Arme. Nach kurzer Krankenkartenkontrolle wird noch ein Treffen nach Dienstschluss verabredet bevor ihr hemdsärmliger Held wieder weiterhirschen muss.
Jetzt aber schnell eine Pinkelpause bevor der Katheter kollabiert oder der braune Balken die Buchsen signiert. Doch auf der Schüssel schellt schon wieder die verfluchte Funke zum Einsatz, weshalb Captain Keimfrei auch noch fast vergisst, die Wurstfinger zu waschen..
Diesmal wird dem Oberguru der okkulten Orthopäde jedoch all sein Können abverlangt. Der Platten-Digger und Perlentaucher DJ Tiny ist im Nichtschwimmer-Bereich bleischwer abgeblubbert wie ein nasser Sack. Gott sei dank hat ihn die Brandung sanft an den Strand gespült, so dass Spunkner nicht auch noch die Baywatch-Boje mimen muss.
Aber beim Anblick der fingerdicke Pferdekanüle, die der Verletztenflüsterer aus dem Koffer zieht, wird dem Unterkühlten gleich noch viel kälter um den Riechkolben. Spitzen-Spunky lässt sich jedoch nicht beirren und setzt ihm die Nadel gefüllt mit heißer Zitrone direkt in die Bikini-Zone.
Währenddessen füllt sich das UncannyValley-Sanitätszelt mit Party-Patienten, die alle eine auditive Behandlung benötigen. Doch Alleinunterhalter Tiny bleibt auf Tauchstation. Plötzlich tritt der Vinyl-Veterinär hinters Pult, denn als alter Heim- und Hobby-Jockey kennt er sich aus mit dem House.
Die Leute beginnen zu schreien und zu johlen als der musikalische Medizinmann die erste Maxi auf den Player packt. Gekonnt hört der Schallplatten-Chirurg jede Spurrille mit dem Stethoskop ab, um anschließend zielsicher sein Sound-Skalpell in den Hypothalamus jedes Zuhörers zu stechen.
Puh, nach dieser Schicht hat unser Kurpfuscher und Kupferstecher Schweißperlen im Gesicht. Aber was tut man nicht alles für die Midlifecrisis-Therapie seiner Mitmenschen und steckt jegliche Strapaze mit dem Zahnbürsten-Lächeln eines Dr. Best in die Kitteltasche.
Kurz darauf braust unser ritterlicher Retter bereits mit Blaulicht und Bleifuß im Barkas der Barmherzigkeit zu seiner reanimierten Aphrodite, um sie diemal mit seiner Niedlichkeit zu narkotisieren. Denn wie pflegte der Alpenarzt Albert Schweizer immer so schön zu schwafeln: "Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt!"
Credits:
Danqe:
www.uncannyvalley.de
°thamash (01.12.2010)
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