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Ansichtssachenkolumne nummer acht |
°kolumneAnsichtssachenkolumne nummer acht
eine kühle abendluft bewindet den kreuzungsbereich, wo die dd-freaks kurz abhängen und zischgeräusche den vorbeigehenden girls zukommen lassen.
ich probiere ein wernesgrüner lemon und geselle mich zu zwei weiteren kunden, die etwas gepfleger den abend beginnen - sie erzählen von den girls in miami, dort sind schönheitsoperationen bei jeder zweiten an der tagesordnung, und von der deutschen stimme von kermit der frosch, dieser wurde bei einer mitfahrgelegenheit kennengelernt. highlight in unserem gespräch ist aber eindeutig der irische flaschensammler, der zur zeit mit dem sachsenticket kreuz und quer leute befördert. neulich gabs technische probleme und die bahngäste mussten den waggon wechseln - aufgeregt dreht er videos, macht fotos und telefoniert lautstark im zug mit der morgenpost und der bildzeitung...leider gibt’s gerade irgendwoanders einen durchgedrehten messertypen, story abgelehnt! auf zum japanischen palais, lege mir zwei dvb-euro zurecht, da wendet der nachbar seinen audi TT, ich mache auf anhalter und sitze zehn sekunden später tiefer gelegt. außerdem riecht es frisch und lecker. ausstieg albertplatz, latschung hauptstraße, am goldenen reiter rechts eine galerie, ich rüttel, tür zu, ein südländischer am laptop sitzender typ steht aut auf und steckt mir freundlicherweise einen flyer durch die geschlossenen türBORSTEN: galerie modul 1 ollin benuz volition chrome...why not denke ich und bin nun etwas zu zeitig am zielort. ich setze mich in die strabahaltestelle, trinke wohl dosiert, der springbrunnen rauscht, strabas gleiten gedämpft über gleisengräser, die ersten herbstausläufer künden schon jetzt im august und fragen: war der sommer wertig? ein konzert mit dem perlenmeister und einige treffen mit dem nachfolger, das wars auch schon... der beste dichter der stadt hat gerade seinen schreibtisch aufgeräumt, trotzt beharrlich meinen einladungs- und freibieravancen und geht heute nicht mehr außer haus. deswegen bestelle ich rumänen-FALTE, kaum begrüßt, beginnt er seine immerwährende leier von blödweibern und umsonst-sms...wir wandern um das größte haus am platz und erwarten den palais-sommer. cirka zweihundert unbesetzte stühle und profi-caterings-zelte ganz weit hinten sind heute wohl umsonst aufgebaut worden, immerhin: zwölf gäste halten die stellung und trinken mitgebrachte getränke. wir setzen uns und jetzt kommt noch MALTE, auf der leinwand ein stand bild mit hintergrundmusik. dann stapft eine übergewichtige bedienung nach vorne und betätigt den player. wir sehen ton koopmann, der orgelwerke von bach im freiberger dom fabriziert, für meinen geschmack einen tick too fast...dann begleitet er auf dem cembalo einen sänger mit schnurrbart, der singt zwar gut, doch das kann den heutigen tag nicht mehr retten, wir stehen auf und jetten back...
goldberg (12.08.2011)
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