[banq.de - Kopfbild] 19.06.2013: "Strandhighway" von s.sx
 Subkultur in Dresden und Leipzig. Partys, Konzerte, Clubs, Nightlife, alternative Musik & Szene  Party-°Termine für Dresden & Leipzig  °Neuigkeiten aus der Subkultur  Party-°Rückblicke  °KOLUMNE  °Spezial  °Mitreden zu Partys, Clubs und 42

°übersicht

prev 1 von 7 next

Ansichtssachen

kolumne nummer zehn

°kolumne

Ansichtssachen

kolumne nummer zehn

sehnen wird man sich dürfen - wenn winde wehn wie auf durchzug am bischofsweg, versuchen sie die temperatur der sich tagsüber erhitzenden steinplatten zu senken aber sie schaffen es nicht, mit asphaltiger wucht wehen sie markisen, schweißtropfen, blätter, gedanken durcheinander

- flehend bitte ich die winde um absenkung um reinigung der abgase der dieselschleudern der autonomen untergrundszene, die mit uraltlastern lidwasser austrocknen und atmungsorgane der passanten verstopfen, zusammen mit abgestandener straßenluft, muffelschweiß der penner, aufdringlichen parfümrestschwaden der weiber, hundedreck und biomülltonnengestank ein unangenehmes gemisch...eine wochenlange schläfrigkeit produzierend...

wie lange mit aufgeplatzten händen, rotem wasserkopf hockt buddha oder seine sterbliche hülle schon einsam auf einem mauervorsprung, nippt am sternburg, auch sein kopf kippt vor müdigkeit nach vorne und so sitzt er zusammengesackt angelehnt am abbröckelnden putz, im bischofsweg experten forum mit seinem eitrigen finger dozierend, für ein geschätztes mehrdecaden alkoholikertum erstaunlich klar und intelligent artikulierend, mit dem wissen seiner geistigen überlegenheit auf die anderen gesprächspartner mit dicker lippe spöttisch blickend, buddha erklärt die geschichte der brd, des katholizismus, des freistaates bayern, der gesamten menschheit. buddha glüht, wie lange noch...

und das blätterrauschen selbst die straßengeräusche der königsbrücker übertönt, große majestätische baumkrone am alaunparkeingang versus kopsteinpflaster, versus abrollgeräusche, versus tatütata - das ganze viertel scheint vom rauschen der bäume erfasst, die unnatürlich nun kraftige herbstsonne vom schattenwerfen der heftig sich bewegenden äste und blätter durchbrochen - gehe ich auf schwarzem wärme reflektierenden asphalt jetzt, gänge ich doch auf sand mit klar definierten optikakustischen reizen - rechts wasser geradeaus strand links nadelwald oben sonne

während ich wochenlang urlaubs und formulierungsmöglickkeitzen überlege, sinken temperaturen und die winde werden brutaler. sie fegen kopfsteinplasterritzen aus sodaß nicht nur ein einzelner spalt sondern eine regelrechte spaltinflation das erscheinungsbild der hauptstraße verändert, verdüstert und für radfahrer die querung einem lotteriespiel gleicht

und eine geradezu unerbittliche windwand sich als haupthindernis für fortfindungen herausstellt, gedanken blockiert und die planung von tagesabläufen erschwert, sitze ich im cafe europa und eine leere durchfließt mich beim streulichtigen farbübergang der abendsonne, die orange cafe innenbeleuchtung mit dem tageslicht kurzzeitig gleichfarbig erscheint, weiter am abend textausdrucke und handschriftliche skizzen kaum zu erkennen sind, da die dämmrige cafebeleuchtung vielleicht aus stromspargründen runtergedreht wird oder die kahlweißen, teilversoffenen, ungesund ausschauenden gesichter der gäste sollen nicht in gänze ausgeleuchtet werden - im hintergrund seit jahren eine barbarisch schlechte vorort senderradiomusik das verweilen zur tortur macht

aber meine sehnsucht nach küstenland sind klarer denn je, dort unter meereswinden könnte ich ihr gedichte von hilbig vorlesen, zelebrieren, vor sandwinden im strandkorb geschützt, ihre haare angelüftet von sich an der strandkorbkante abgeknickten windresten, ein hort für unsere worte von angesicht zu angesicht, läse ich klar und mit starker stimme sodaß mein stimmenschall mit dem einfallenden windfall ein gleichgewicht, besser eine delicat selten auftretende schwingung bilden würde, nennen wir es sinusschwingung pumpspeichenwerk obercunnersdorf, nein nennen wir nicht so, wenigstens ein, zwei wochen im jahr die bischofswegwinde gegen meereswinde tauschen, dort lauschen wir stundenlang dem großartigen h, ich läse -- als sie noch jung waren die winde -- und -- windmühlen wassermühlen -- unseren verarbeitenden hirnströmen, die werden eher ahnen statt begreifen, einmal ihr parfüm mit meeresluft vermischt schnüffeln, einmal von härchen und wasserlufttröpfchen gestreichelt gedichte schreiben oder es versuchen, wenigstens einmal einen satz oder teilsatz wie h. komponieren können, sollte es lieber nicht wagen , einmal über dresden am meer diskutieren, einmal stadtpolitik im strandkorb, einmal sandkörner von ihr weggestreichelt bekommen, einmal meine wut weggestreichelt bekommen, einmal lippenberührung im strandkorbstadium, hiermit zeige ich per anwaltlicher verfügung und beiliegender eidesstattlicher versicherung die reservierung ihrer haare zum wehen zum betrachten zur andacht zur zeitinselsteuerung an der stranduferschwingung, einmal von ihr führen lassen, einmal ihren füßchenspuren im gleißenden sand und nah am wasser folgen, einmal der linie ihrer südländischen augenbrauen folgen, die verlaufen schön akzentuiert zur gesichtsmitte, könnte man auch von einer einschüchternden strenge der augenbrauen sprechen,

wenigstens einmal aber ach...

statt all dessen klebe ich bei in ihrer freizeit badminton spielenden pseudoliteraten in leipzig. wir klingeln nachts beim autor niko, der ist überrascht und will nicht, wir kommen wieder...

wir hängen lässig im albert cafe, der mitherausgeber trinkt tee und lästert über eine grausame wienerzählung in EDIT, ein pseudomagazin aus EL BLA BLA - ha ha ha...

wir hängen im westwerk biergarten ab, der hat bunte lampenreihen wie bei rtl gezogen und das bier schmeckt lasch und mein weizen ebenso, die verkaufen hier plörre ausm karl-heine-kanal oder was...eine selbstbewußte autorin läßt sich von mir einladen, das ist mein zeilenhonorar, sie geht mit dem bier schnurstracks zu einer anderen boygroup und wir zwei und der graphiker denken: was für eine SKANDAL-NUDEL ...

wir liegen am kulkwitzer see, ich schwimme 15 meter, meine figur ist okay trotz no sports - ich lege eine regenerative aktiv pause ein, begünstigt qua bipolarere depression 2. grades, nachdem mich die radsport collos schweine am dresden-helfenberg abgehängt haben.

der kollege liest einen interessanten essay über gaddafi, der hat mal VOR einem fußballspiel den platz betreten und den ausländischen gegner kurzerhand zum sieger erklärt, die fans rasteten aus, ich sage korrekt. ich gehe zur strandbar, kaufe einen kaffee für eins fünfzig, tha way you make me feel dröhnt, ein blockflötenheini tritt auf und düdelt mit viel vibrato zwischen den badegästen, das scheint bach zu sein, ich lese RATTELSCHNECK, zwei kleine billige poserschnittchen fotographieren sich mit handy, das kindergeschrei nimmt nachmittags zu, wir sagen tschö. im auto hören wir trompete&orgel musik mit joachim schäfer - ich doziere die butterweiche zarte interpretation auf der piccolotrompete ALTER HÖR DIR MAL DIE STELLE AN

ich flaniere durch schleussig, in der brockhausstraße stehen familienkutschen angeschrägt auf dem bürgersteig, so begehrt ist das hier. in plagwitz in der merseburger folgendes:

DIE VAGE GEFÜHLTE NÄCHSTE PHASE - galerieausstellung von ute waldhausen, hilfe hallo notarzt, für diesen titel bitte zwei jahre arbeitslager im steinbruch, schnell weiter, weiter away go away...i need mendelssohn-bartholdy

goldberg (02.11.2011)
(©) Copyright banq.de | IMPRESSUM | KONTAKT | KONZEPT | DANQE | KOPFBILDGALERIE | TERMIN EINTRAGEN | HOSTING: 'FALSCHGOLD'
banq.de-Netzwerk: banq.dj | flyerdaten.banq | banq.de@Android | banq.de@iPhone | SCH!ICHT | banq.de@Handy | banqett |
banq.de@Social Networks: Facebook | Twitter | Myspace | last.fm | Soundcloud |