[banq.de - Kopfbild] 23.10.2014: "DAVE: JunglaJazz@Sabotage" von Alexandra
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Regener vs. Listener

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Regener vs. Listener

In einem Telefoninterview mit dem BR vergleicht Sven Regener Musikdownloader mit Supermarktdieben. Wie oft müssen wir diesen krummen Vergleich noch hören:

Die Musikindustrie ist kein Supermarkt wo niemand bezahlt. Er ist noch nicht mal ein Supermarkt, in dem niemand an der Kasse sitzt. Die Musikindustrie ist eine alte Deutsche Band, die mit ihrem Management im Backstage hockt und sich sich wundert, dass am Merch keiner was kauft. Sie haben über Jahre die Preise gesenkt, diese neuartigen “CDs” hergestellt, Hipsterkompatible Ts gedruckt und trotzdem gehen die Leute vor den Klub und kaufen beim Fernostraubkopierer für den minimalen Preis. Was die alte Deutsche Band nicht mitbekommen hat, ist, dass niemand mehr Bargeld bei sich hat und Kreditkarte nehmen sie nicht. Neumodisches Zeug. Wird man ja nur über den Tisch gezogen. Näh!

Meine Anfrage an Spotify , warum ich mit meiner Deutschen Kreditkarte keinen Premiumaccount haben kann, ist vom 17.9.2009. Die Antwort: “Not allowed, da ist die GEMA vor.” Zweieinhalb Jahre brauchte die Musikgestapo (krumme Vergleiche können wir auch) um sich mit jemandem zu einigen, der den alten Männern eine erfolgreiche Vertriebsplattform baut und sie mit lauten, einfachen Worten einlädt, doch bitte ihre Artikel in den Regalen zu platzieren. (Und, wie man hört ist der Vertrag noch nicht mal fertig, man scheint Spotify z.Z. mit dem Versprechen auf einen Vertrag zu dulden). Währenddessen wettern Musiker, die ihre Tantiemen aus den Hitsingles (was es alles mal gab..) in den 90ern verprasst haben, gegen die Kassierer, die Supermarktarchitekten, innovative Musiker - und am Ende gegen den Konsumenten. Dem kann man es fast nicht mehr verdenken, wenn er nun zum freundlichen Raubkopierer von nebenan geht, bei einem Zigrettchen in der Abteilung “War mal In ” stöbert und die letzte Element of Crime Platte klaut. Schon aus Prinzip.

Musik machen ist ein Menschenrecht - davon Leben können überhaupt nicht. Jeder der schon mal in der Branche aktiv war, weiss, dass es ein einziges Va Banque (ha!) Spiel ist, ob man mit seinem Hit etwas verdient oder nicht. Bis zu Thomas Edison bekam der Musiker Geld für’s Liveperformen und wenn er Glück hatte einen Protege. Dann kam jemand auf die Idee, Platten zu verkaufen und was drauf war, war von Anfang an wurscht. Das Medium war das Produkt, nicht der Inhalt. Diesen einfachen Satz begreifen bis heute die wenigsten Musiker. Deshalb gehen ihnen auch Begriffe wie Musikindustrie über die Lippen ohne selbstzweifelndes Spei und Äcks. (Next: Literaturbetrieb). Und statt sich einen neuen Verkäufer zu suchen, ketten Sie sich an die alten akronymen Säue EMI, SONY, GEMA.. die ihnen auf die Schulter klopfen und ihnen “Unverschämtheit! Alles Verbrecher!” einflüstern, um hinten rum auf Parties ihren Gewinn abzufeiern, den sie längst mit kontrollierbarerem Content machen, mit Apps, Games und Ebooks in geschlossenen Ecosystemen. Einer Party, zu der Sven Regener nicht eingeladen wird. Da kann man schon mal durchdrehen.

Herr Falschgold (23.03.2012)
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