aus einem Blog
---schnipp---
BA ist einfach RIESIG. Hier wurde beim Bauen der Stadt mal so richtig geklotzt und wahrscheinlich in weiser Voraussicht alles gleich etwas grösser angelegt.
Die Häuser, die Strassen, die Parks - es ist schwer zu beschreiben. Vielleicht kann man das am besten an den Strassen veranschaulichen. Nicht nur, dass die grössten 20-spurig sind, nein auch von der Länge ist es einfach nur gigantisch. Letztens liefen wir eine mittelgrosse Avenue entlang und kamen u.a. bei Hausnummer 3500 vorbei.
Und waren da, geschätzt, in der Mitte der Strasse.
Und trotz der Grösse behält die Stadt, zumindest in den Stadtteilen, die wir bisher besucht haben, immer ihren Charme, welcher aus der Architektur (ich wiederhole mich, wenn ich Paris erwähne) und den unendlich vielen kleinen Läden aus der ersten Hälfte des 20en Jahrhunderts resultiert. Man möchte mit dauerausgelöster Kamera durch die Stadt rennen - es ist genau mein Ding.
Ich habe keine Ahnung, wieviele Kilometer wir am Tag laufen, ich merke es immer erst am Tagesende an den schmerzenden Füssen, dass es sehr viele waren.
So waren wir auch auf dem bekanntesten Friedhof der Stadt (in Ricoleta), wo u.a. Eva Peron begraben ist. Dieser ist aber nicht einfach ein Friedhof, wie wir ihn kennen; es ist wie ein Ansammlung an Einfamilienhäuser; Krypten reicher Leute, in denen die Särge der ganzen Familie stehen. Stilistisch kann sich da jeder Familienarchitekt austoben. Von Gebäuden, die an das frühe Rom erinnern, bis hin zu Grabstädten, die einem modernen Laden mit grosser Fensterfront ähneln, hier ist alles zu finden.
Eng an eng nebeneinander und auch hier wieder ein RIESENgrosses Areal. Makaber für mich waren geöffnete Krypten, wo man die Treppen hinabsteigen konnte, verfallene Grabmäler, deren Fronten teilweise geöffnet waren und man die Särge sah, bis hin zu geöffneten Särgen. "Schräg" trifft es wohl am besten.
Danach ging es zu einer Installation, die eine, natürlich wieder, RIESENgrosse Blüte darstellte und sich tageszeitabhängig öffnete. Und dann nach Palermo.
In BA sind viele Strassen/ Viertel nach Städten oder Ländern benannt sind. So gibt es auch Uruguay, Peru, Los Angelos, Florida ...
Palermo war nun, laut Reiseführer, die Gegend betuchterer Leute. Die Häuser nicht ganz so hoch, oft nur zweigeschossig. Die Strassen aber trotzdem ewig lang. War ok.
Abends bin ich dann noch mal raus, um BA bei Nacht zu sehen. In der Gegend um unser Hostel, welches auf dem "Broadway" von Buenos Aires liegt, waren ein Menge Leute unterwegs, im Kino auf unserer Strasse gab es einen Menschenauflauf, weil der neue Spidermanfilm anlief und anscheinend, den Fernsehkameras nach, Filmprominenz vor Ort war.
Die Hochhäuser um unser Hostel herum leuchten aber nicht ganz so, wie in Hongkong oder New York.
In einer der, natürlich RIESIGEN, Einkaufsstrasse fand ich tangotanzende Paare, die kurzerhand ein Stück des Weges für sich abgrenzten und eine kleine Musikanlage aufgebaut hatten.
Sah cool aus, vielleicht nehme ich dann nächstes Jahr doch nicht am Miss World-Wettbewerb teil, sondern lerne lieber Tango :)
Am nächsten Tag starteten wir recht zeitig in die Stadt, zuerst in einen Ökopark am Stadtrand, der an den Hafen angeschlossen war. Schon von weitem grüssten uns Kräne, an denen man noch lesen konnte, dass sie made by "VEB Kranbau Eberswalde" waren. Haben wir sehr gelacht.
Danach ging es dann in die Dresdner Neustadt von BA, nach St. Telmo. Gefiel mir bisher am besten von allem und in einer pitoresken Kneipe gab es für uns Mittagessen. Und da taucht wieder das Wort "RIESIG" auf, nämlich in Bezug auf die Portion.
Den Tag darauf waren wir in Tigre. Da ist das Delta des Rio de la Plata zu finden. War es wohl auch, auch wenn ich mir das anders vorgestellt habe.
Am Ende sind wir 2 Stunden da mit einem Boot langgeschippert. War wie im Spreewald.
"Interessant" waren die vielen toten Dinge, die wir gesehen haben. Geschockt haben mich die hunderte oder tausende toten Fische, die da rumschwammen. Irgendwas Schlimmes muss da heute passiert sein, denn einige wenige Fische waren noch lebendig.
Was noch tot war, waren die vielen Schiffe, die am Ufer lagen. Total verrostet, halb gesunken. Gab eine schöne Kulisse, auch wenn ich nicht verstehe, dass die da noch rum"stehen", da doch weltweit immer nach Stahl gesucht wird. Oder sind die Stahlpreise nicht mehr so hoch?!
Wieder mal schön war die Fahrt nach/ von Tigre. Für insgesamt 50 Cent sind wir UBahn UND 45 Minuten Zug gefahren.
Morgen früh fahren wir ja dann nach Cordoba und müssen dafür BA verlassen. War für mich eine sehr schöne Erfahrung. Ich mag die Geräusche der Großstadt. Die Geräusche fahrender Busse, das Klingeln an den Tiefgaragenausfahrten, wenn ein Auto zu erwarten ist, was den Fussweg kreuzen wird, die Alarmanlagen parkender Autos, die 1000 in der Luft liegenden Gesrpäche, die Hubschrauber über der Stadt, die Musik aus den Geschäften, das Klappern der Absätze auf dem Fussweg, die Strassenmusiker. Ich mache die Augen zu und geniesse.
Und in Kurzform Dinge, die mir auffielen:
- es gibt nahezu an jedem Ort hier Wifi. Egal ob im Minibistro oder im grossen Shoppingtempel
- trotz der Massen an Leuten hier, sind die Strassen extrem sauber. Es gibt auch Ausnahmen, aber die Sauberkeit fällt mir auf.
- Lebensmittel sind preiswert
- die Schilder mit den Strassennamen tragen nebenbei Werbung. U.a. Nokia, American Express und Samsung.
Falls euch im Text das Wort RIESIG auffiel: damit meine ich etwas Großes, ganz schön Großes, also sehr extrem Großes.
Also als Synonym könnte man RIESIG verwenden. Was ich dann ja auch immer mal getan habe :)
---schnipp---