°übersicht
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°rückblicke
dh(30.10.2012)Rückwärts gewandt
Welchen Musikgeschmack haben die Designer der Zukunft?
Die Designers' Open in Leipzig haben sich über viele Jahre einen exzellenten Ruf unter den Gestaltern und Designbegeisterten der Republik erarbeitet. In den kleinen und feinen Räumlichkeiten finden sich viele frische, verrückte und schöne neue Ideen. Die Atmosphäre ist entspannt, der Kontakt zwischen Ausstellern und Publikum direkt und ungezwungen. Als Höhepunkt der DO wurde und wird in vielen Medien die samstägliche Party gehandelt. Diesmal sah es dort so aus. Als Acts traten an: LO-FI-FNK / live (SWE), JUNIORBOYS / DJ-Set (CAN / Matt Didemus), CHINESEFLASH MOB / live (BLN / ex-Thunderheist), TOY! / live (Riotvan, LE), Preller (Riotvan, Tetmusik, LE), Peter Meier (Totally Wired, LE), detektor.fm DJ-Team Wir kamen vor Ort gegen Mitternacht nach einem anregenden Tag auf der Messe und einem sehr leckeren italienischen Abendessen im "La Romantica" dort an. Eine lustige, bunte Mischung von Besuchern, ausgelassene Stimmung, eine geile Location mit zwei Bühnen, ausgestattet mit der feinsten Technik verhießen eine rauschende Nacht und einen Höhepunkt der DO. Als ersten Live-Act im Atrium hörten wir CHINESEFLASH MOB. Die drei Mädels mühten sich nach Kräften mit ihrem 80-er Retro-Sound Boney M das Wasser zu reichen . Da die Anlage aber offenbar von einem extrem höhenverliebten und bassophoben Techniker eingestellt wurde, bemerkte jemand nach 2 Liedern "mehr Höhen gehen immer" und wir flüchteten an die Kellerbar um unser Hörvermögen zu erhalten. Mit einer Rum-Cola in der Hand ging es auf Rundgang durch die heiligen Hallen der Grafik und Buchkunst. Im zweiten Raum spielten dann die Lokalmatadoren T.O.Y.: 250 Leute, die Anlage vom gleichen Techniker wie im Atrium eingestellt, keine Lüftung, dafür aber mit einem Techno-Bläserquartett. Was kommt dabei raus? Das hier Cover-Versionen von bekannten Indietiteln. Ganz nett. Der Raum gepackt, die Luft kurz vor der Selbstentzündung (leider nur die Luft...). Ausgelassen zu tanzen hätte zum Erstickungstod geführt. Insgesamt passte diese Darbietung zur ersten - also positiv gesagt spürte man eine sehr schöne Konstanz des Musikgeschmacks des Bookers. Beide Bühnen wurden abwechselnd bespielt, dazwischen lief eine CD, abgespielt vom unbesetzten Tonmischpult. Also wieder an eine der Bars und mit RumCola in der Hand warten auf den nächsten Höhepunkt: Das führte innerhalb äußerst kurzer Zeit zuerst zu einem ungläubigen Kopfschütteln, danach zu Jacken über unseren Schultern und einer frischen Prise Leipziger Nachtluft in den Nasen. Erfrischend. Als Fazit bleibt: Der Booker hat seinen Retro-Geschmack durchgesetzt. Das musikalische Konzept der Veranstaltung erinnerte ganz stark an Retrotapete. Hoffen wir, dass sich kommende Designers' Open nicht vom überraschungsbefreiten Retro-Geschmack des Bandbookers beeinflussen lassen. Wir kommen wieder. Aber noch einmal zu so einer Musikveranstaltung? Das wage ich zu bezweifeln. |
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