[banq.de - Kopfbild] 06.12.2016: "versteckspiel" von Yenidze
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Bewegtbildkultur

Laterne

Vor langer Zeit durch das Distillery-Printmagazin DRUNK angeregt, ...

Auf einen Blick
Was
:
Laptopbattle Dresden 2011
Wer
:
Competition: Götterkreis, Echology, Steve.e, Edu d'shanki, Jonas Woehl, Jacob Stoy
Aftershow: Lone (UK), fRAN, Carl Suspect, East
Wann
:
29.10.2011 | 22:00 Uhr
Wo
:
Altes Wettbüro/ Dresden
Freikarten
:
2x2

Nachdem das legendäre Dresdner shiftpitcher.com-Trio im Jahr 2004 furios die Bronzemedaille des internationalen "Motorola Live Visuals Award" ergattern konnte, ist es leider eher beschaulich im lokalen Tummelbecken der Bewegtbildkultur geworden.
Sicher flimmern auf der einen oder anderen erlesenen Veranstaltung auch immer wieder anschauliche Animationen über die Leinwand, doch waren die Interpreten dieser viel zu unterschätzten und unterbewerteten Facette gediegener Klubkultur gefühlte bislang eher gesichts- und vor allem namenlos.
Doch dieser Fehlbewertung und Visagenlosigkeit will ein Kollektiv aus Laternisten nun ein Ende setzen und endlich Licht ins Dunkel der Tanzflächen bringen.

29.10.11 - Laptop Battle Dresden im Alten Wettbüro - banq.de-Spezial

Thamash: Wer dimmt den bei euch alles die Lampen, Leuchten sowie Laternen und seid ihr ein geschlossenes Projekt mit fester Beleuchterbesetzung?
Laterne: Dimmen darf nur der Hausmeister - nach Veranstaltungsschluss. Wir verstehen uns als ein offenes VJ-Kollektiv. Im Moment beteiligen sich ca. 8 Leute und wer vorbeikommen will, ist immer gern gesehen.

Thamash: Wie habt ihr euch als VJ-Team zusammengefunden und was war überhaupt der Beweggrund, eure Strahlkraft zu bündeln?
Laterne: Das begann auf der CYNETART letzten Jahres, wo wir das Projekt "Uncanny Heroes" zusammen mit intolight und Jacob Korn gestaltet haben. Die 700m² Projektionsflächen im Festsaal in Hellerau waren sozusagen unsere Windel. Aus Licht, versteht sich.

Letztendlich haben wir das Projekt Laterne aber ins Leben gerufen, um verschiedene Stile und Techniken gezielt zu bündeln. Jeder Artist hat eigene Herangehensweisen, um Musik und Interaktion visuell zu übersetzen. Durch den Austausch innerhalb des Kollektivs bietet sich uns nun eine geeignete Möglichkeit, voneinander zu lernen und miteinander zu wachsen.

29.10.11 - Laptop Battle Dresden im Alten Wettbüro - banq.de-Spezial

Thamash: Ihr habt ein ungewöhnliches Logo, das sich sicher nur dem eingefleischten Elektrotechniker erschließen dürfte. Was kann sich der normale Laie darunter vorstellen?
Laterne: Wir haben lange mit Laternen gespielt, und all seinen Lampion-Brüdern. Aber irgendwie fanden wir das abgeschmackt, weshalb Robert die Diode ins Spiel brachte.
Immerhin ist die Diode das Bauelement, was nicht nur Logik, sondern auch Ein- und Ausgabe darstellt. Sie ist für unsere Arbeit so existenziell, wie für einen Zeichner die Tinte, das Blatt und der Stift zusammen. Außerdem ist das Logo so konstruktiv, dass man es immer wieder neu interpretieren kann.

Thamash: In Sachen individueller Bewegtbild-Animation sieht es in Dresden ja eher düster aus, obwohl sich in den letzten 10 Jahren immer wieder diverse Videonauten wie das Shiftpitcher Trio oder das Nightcapture Team um Erleuchtung bemüht haben. Wo seht ihr Gründe für die stiefmütterliche Behandlung der VJ-Kunst nicht nur hier im Elbflorenz?
Laterne: Man kann wohl sagen, dass die meisten Leute wegen der Musik auf eine Party gehen. Die wenigsten nehmen wirklich bewusst wahr, wie sehr das Licht die Gesamtstimmung auf einer Party beeinflusst. Oft liegt es aber auch an dem fehlenden Budget auf der Seite des jeweiligen Veranstalters. Die Mietpreise für die notwendige Technik sind leider kein Pappenstiel. Daher sind wir sehr froh, dass einige Veranstalter insbesondere von Uncanny Valley, Sub Sickness oder High Finesse den Mehrwert der visuellen Untermalung erkannt haben und gezielt fördern. Wir hoffen, dass mittelfristig auch weitere Veranstalter und insbesondere die Partybesucher ein Bewusstsein für das Engagement von Visual Artists entwickeln.

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Thamash: Mit der aktuellen rasanten technischen Entwicklung eröffnen sich auch immer neu Möglichkeiten nicht nur für DJs und Produzenten. Wo strahlen die neusten Trends in euren Augen und welchen Stellenwert hat Interaktion für euer Projekt?
Laterne: Es gibt prinzipiell einen Unterschied zwischen dem Abspielen von Videos und dem Einsatz von „generativen Grafiken“, also algorithmisch erzeugten Bildern. Durch die heutzutage verfügbare Rechenpower ist es möglich, letztere immer intensiver und vielfältiger einzusetzen. Sie bieten grundsätzlich mehr Freiräume. Man kann Visuals schaffen, die sich niemals 1:1 gleichen. So wie das Meer, ein Lagerfeuer oder der Himmel niemals gleich aussehen, so wollen wir auch unsere Visuals aufbauen. Einige Laternisten haben sich ausschließlich der generativen Kunst verschrieben, andere bestreben einen visuell reizvollen Zusammenklang dieser mit echtem Videomaterial.

Unabhängig von der Art der Videokunst, ist für uns die Erforschung von Rundum-Visualisierungen besonders spannend. Diese transformieren Partyräume in eine Art primitives Holodeck zum Feiern. Die Förderung von Interaktion in diesen immersiven Räumen ist schon länger eine unserer Hauptinteressen. So versuchen wir herauszufinden, wie Visuals, Musik und Besucher zusammengebracht werden können.

Thamash: Diese Interaktivität bietet ja noch viele weitere Möglichkeiten fernab reiner Tanzturniere. Welche Veranstaltungen und Anwendungsgebiete gilt es da zukünftige noch auszuleuchten?
Laterne: Zur CYNETART am 26.11. im Festspielhaus Hellerau zeigen wir unseren aktuellen Forschungsstand. Da werden Musik und Visualisierung interaktiv steuerbar sein, so wie wir es im letzten Jahr schon einmal ausprobierten. Gesammelte Erfahrungen werden natürlich in die Umsetzung einfließen und so glauben wir, die Qualität weiter verbessern zu können.
Außerdem wird Laterne vorher am 29.10. natürlich im alten Wettbüro zum Laptopbattle antreten und die Artists mit frischen Photonen anfeuern.

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Thamash: Ihr seid ja als Zusammenschluss noch relativ jung. Was werden darüber hinaus eure nächsten Schritte und vor allem mittelfristigen Ziele sein? Schlicht mehr Farbe auf dem Floor?
Laterne: Kurz zusammengefasst: 1) Gestalterisch weiterkommen. 2) Kollektiv festigen, Routine reinkriegen. 3) Bild und Ton in Einklang bringen. Bonus) Synästhesie. Austausch.

Wir wollen unseren gestalterischen Horizont stetig erweitern. Die mittlerweile gut gefestigte Freundschaft durch die Tastenhauerei als auch Kabelei ermöglicht uns eine gezieltere Umsetzung der Ideen. Um diese der Öffentlichkeit nicht vorzuenthalten und letztlich das Publikum auch teilhaben lassen zu können, ist es uns ein großes Anliegen regelmäßig bei verschiedenen Aktivitäten mitzuwirken. Das schafft weitere Motivation.

Abschließend sei an dieser Stelle noch einmal erwähnt, dass jeder Interessierte immer gern Kontakt zu uns aufnehmen kann unter laterne@intolight.de

Thamash: Danke für die erhellenden Ausführungen zu eurer visuellen Projektionsclique.
Laterne: Gern geschehen!

Thamash (25.10.2011)
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