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°spezialLabelportraitFachwerkVor langer Zeit durch das Distillery-Printmagazin DRUNK angeregt, ...
Auf einen Blick
Wenn du dein Techno-Label Fachwerk nennst, hast du in zweierlei Hinsicht etwas richtig gemacht. Zunächst kommt einem ja automatisch die Assoziation zu den Räumen, in denen Techno stattfindet, in den Sinn. Architektur bietet sich in diesem Zusammenhang als Namensgeber eben auch an, weil der ideale Club so konstruiert ist, dass Sound bestmöglich wirken kann. Minimalistisch möglicherweise, durchaus auch eher unwirsch, aber in Optik und Akustik eben vor allem darauf ausgerichtet, dass die Musik den entscheidenden Teil zur Atmosphäre in der Nacht beitragen kann und eventuell sogar selber Hallräume entstehen lässt. Der Name Fachwerk zollt insofern der Bedeutung Tribut, die eine gute Raumarchitektur für die Party hat.
Andererseits geht es bei Fachwerk als Bau-Methode um ein raffiniertes, aber eher einfaches Konstruktionsprinzip, das aus wenigen Bestandteilen viel Tragfähigkeit schafft.
Sascha Rydell, Mike Dehnert und Roman Lindau sind solche Überlegungen aber vermutlich scheißegal. Denn Label-, oder gerne auch mal Albennamen sind am Ende dann eben doch meistens auf irgendeinen Jux im engsten Kreis zurückzuführen. Und sich auf einen Soundrahmen festlegen zu lassen, bedeutete ja auch aus diesem nicht mehr ausbrechen zu können. Dennoch muss man sagen, dass das 2007 gegründete Label Musik macht, die für die große Referenzmutter des heutigen Techno, das Berghain, wie geschaffen ist: Rough, aber nie im Verdacht, stumpf zu sein. Gerade Dehnerts Tracks, der die meisten der zwei Dutzend Releases beigesteuert hat, tragen eine ordentliche Portion Maschinenfunk mit sich. Spürbar vor allem auf seinem letztjährigem Album „Framework“, das allerdings auf dem holländischen Techno-Powerhouse-Imprint Delsin veröffentlicht wurde. Dehnert genießt wahrscheinlich das höchste Renommee. Aber auch Lindaus und Rydells Produktionen findet man inzwischen immer häufiger in den Plattenkisten von Key-DJs wie Dettmann, Klock und Co. Es sind auch gerade deren Tracks, die auf den jüngsten vier Various-Artists-Releases, die anlässlich der 25. Fachwerk-Platte erschienen sind, herausstechen. Und das trotz dem sie mit ihren House-Vibes am ehesten mit dem bisherigen Fachwerk-Sound brechen.
Philipp Demankowski (16.04.2012)
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