Auf einen Blick
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Musikfreunde - Soliparty für das Fat Fenders |
| Wer |
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Musikfreunde |
| Wann |
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Samstag, 2.6.2012 | 20 Uhr |
| Wo |
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Sektor Evolution/ Dresden |
Der größte Teil der banq.de-Leserschaft weiß, dass es am 3.4.2012 in unser aller Lieblingsplattenladen (das zeigen auch die ersten Plätze in unseren zurückliegenden Jahresumfragen) Fat Fenders gebrannt hat.
Wie die Sächsische Zeitung darüber berichtete "brannte es hinter der Verkaufstheke und der Rauch drang bereits aus dem Geschäft. Die Feuerwehr schlug ein Schaufenster ein, um den Brand löschen zu können. Wie hoch der Schaden im Geschäft ist, ist noch unklar."
Ja, wie hoch der Schaden im Geschäft war, ist unklar gewesen, aber dieser Fakt hielt viele Leute nicht davon ab, eine bislang beispiellose Hilfsaktion für das Fenders zu unterstützen. Diese wird ihren Abschluss in der Musikfreunde-Party am Samstag, den 2.6.2012 finden, bei der zahlreiche Dresdner DJs im Sektor Evolution aufspielen werden.
banq.de hat sich im Vorfeld der Party mit den Fenders-Machern zum Interview getroffen.
banq.de: Drehen wir die Zeiger auf der Uhr etwas zurück. Wie habt ihr vom Brand in eurem Laden erfahren?
Fat Fenders: Oliver H. hatte den Brand entdeckt und daraufhin die Feuerwehr informiert. Und auch versucht, uns zu erreichen. Genauso hat der Schmuckladen nebenan in die Wege geleitet, dass wir informiert werden.
banq.de: Als ihr dann im Laden gestanden und die Räumlichkeiten begutachtet habt - was kam alles zu Schaden?
Fat Fenders: Die Küchenmöbel, und alles was drin stand, sind verbrannt bzw. unbrauchbar geworden. Der Verkaufsraum war komplett verrußt, wodurch einige unserer Waren (Platten/ Taschen/ CDs/ T-Shirts) unverkäuflich geworden sind. Die Technik wurde ebenso in Mitleidenschaft gezogen und durch die hohe Hitzeentwicklung an der Decke sind auch Platten verbogen bzw. unbrauchbar geworden.
banq.de: Nach dem Bekanntwerden des Brandes innerhalb der elektronischen Musikszene Dresdens, lief eine Hilfsaktion an, die immer mehr Unterstützer fand. Ein Helfer meinte zu mir: "Das ist das erste mal, dass Facebook wirklich Sinn macht.". Wie lief die Hilfsaktion genau ab?
Fat Fenders: Durch die Gründung der "Fat Fenders"-Einsatzzentrale von Andrea und Steph wurde die Hilfe gebündelt und organisiert. Wir standen in sehr regem Kontakt, wenn was gebraucht wurde, wenn etwas zu transportieren war oder helfende Hände nötig waren. Dann haben es die beiden in die Gruppe geschrieben, da es uns zu diesem Zeitpunkt nicht möglich war, darüber zu kommunizieren. Ein anderer Teil der Helfenden kam einfach pauschal an den Laden um nachzufragen, wo was anzupacken ist.
banq.de: Über den Daumen gepeilt, wieviele Leute waren das, die mit angepackt haben ...?
Fat Fenders: Gefühlt 200 - 250 Leute haben aktiv auf unterschiedliche Art & Weise mit angepackt.
banq.de: ... und wie wurde konkret geholfen?
Fat Fenders: Beim Aus- und Einräumen, beim Transport des zu rettenden Inventares, zum Plattenwaschen/ beim Säubern, Schleifen und Lackieren der Möbel, bei dem uns die Groovestation eines ihrer Lagerstätte zur Verfügung gestellt hatte. Das Alte Wettbüro und ihre Einsatzkräfte nahmen die Technik des Ladens, sprich Plattenspieler, Mixer und Verstärker, entgegen und setzten diese wieder instand.
Der Schmuckladen nebenan stellte uns den essentiellen Kaffee für die Helfer bereit; der Spätshop versorgte uns mit Getränken. Es wurden organisatorisch wichtige Dinge in die Wege geleitet, sei es das Spendenkonto oder die Läden, welche die Spendenboxen aufstellten bzw. die Verpflegung für die Helfer sicherte. Oder auch all die Leute, die beim Vorrichten halfen. Und vor allen Dingen auch die Hilfe derjenigen, die die Soliveranstaltungen organisier(t)en.
banq.de: Interessante Bilder gab es ja von der Plattenwaschaktion. Was passiert da konkret und wieviel Prozent der Schallplatten konnten dadurch gerettet werden?
Fat Fenders: Durch die Verrußung der Platten bildete sich ein schmieriger Film über dem Vinyl, egal ob offene oder eingepackte Platten, es war überall. Deshalb war es wichtig, diese so schnell wie möglich zu säubern, denn um so länger es steht und mit Luftfeuchtigkeit in Verbindung kommt, verhält es sich wie Säure und richtet noch mehr Schaden an. Deshalb haben sich ganz viele Leute in der Groovestation eingefunden, um alles, was das Format eines Vinyls hatte, mit Alkohol und destillierten Wasser zu säubern. Dadurch konnte ein Großteil des Bestandes gerettet werden.
banq.de: Nach den vielen Hilfseinsätzen jeglicher Art, habt ihr nach wieviel Tagen den Laden wiedereröffnen können?
Fat Fenders: Nach 10 Tagen Arbeit hatten wir wieder erstmal geöffnet.
banq.de: Sehr schön!
banq.de: Hattet ihr in diesen 10 Tagen irgendwann auch mal den Moment, wo man resigniert?
Fab: Nein, zumindest nicht, dass ich mich erinnern kann.
Dennis: In der Nacht als es passierte, wog man in einer Blase der Ungewissheit. Doch durch den immensen Rückenwind der Hilfsaktion und des Ausnahmezustandes hatte man keine Sekunde um sich umzudrehen. Resignation stand aber eh nicht auf der Agenda.
banq.de: Das freut uns zu hören.
banq.de: Nun geht es ja weiter mit eurem Laden. Was ist für euch heutzutage bzw. für die Zukunft der Sinn, die Aufgabe und die Motivation für einen Plattenladen?
Fat Fenders: In Anbetracht dessen, dass wir so eine Hilfsaktion "genießen" durften, ist Motivation und Sinn genug gegeben da weiterzumachen, wo wir unterbrochen wurden.
banq.de: Am Samstag ist ja dann die Party im Sektor Evolution. Die Auswahl der DJs lag in eurer Hand. Wenn man einen großen Pool an Leuten hat, aus dem man frei auswählen kann, wer auflegen soll, wie wählt man dann aus?
Fat Fenders: Auf der einen Seite gab es schon eine Vorauswahl, speziell bei den ganzen Crews und Initiatoren. Wir haben dann letztendlich noch alle auflegenden Helfer versucht mit ins LineUp reinzubasteln und hoffen, dass wir niemand vergessen haben.
banq.de: Na dann freuen wir uns alle auf eine bunte Feier am Wochenende. Alles Gute weiterhin für euren Laden, den die Stadt auf jeden Fall auch in Zukunft braucht.