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Künstlerportrait

Monomood

°spezial

Künstlerportrait

Monomood

Auf einen Blick
Was
:
ETUILTD003 Monomood - Love, Dub & Machine Wars
Wann
:
ab 10. August 2012
Wo
:
im Plattenladen
mehr
:
www.etui-records.de

Im letzten Jahr erschien Monomood „Oktrosis“ auf dem Dresdner Label Etui Records. Die groovigen Beats, gekleidet in einem Vorhang aus dubbigen und verhallten Chords, läuteten die neue Vinylserie des Dresdner Labels ein, von der selbst die Hintermänner des Hard Wax begeistert waren. Dabei ist der gebürtige Ostsachse alles andere als ein Newcomer.

Seit vielen Jahren schon ist Monomood in der elektronischen Musikszene Ostsachsens als DJ und Veranstalter verwurzelt und u.a. für das "Proximity Open Air" mitverantwortlich. Am 10. August 2012 erscheint seine 2. Vinylveröffentlichung auf Etui Records. „Love, Dub & Machine Wars“ klingt nach Sommer, Sonne, Liebe und interessanten Geschichten über die Energie von Techno und Drum & Bass, die wir euch mit diesem Spezial näher bringen möchten.

Monomood | banq.de-Spezial

banq.de: Deine musikalischen Roots liegen im Hip Hop und Drum & Bass. Wie kommt man von da zum Techno?

Monomood: Das ist so nicht ganz richtig. Meine Wurzeln liegen im Techno der ausklingenden Neunziger und der Jahrtausendwende. Mit dem Umzug nach Berlin 2002 fing ich dann an, mich mehr ruhigeren Klanggefilden zuzuwenden und habe viel vom neuen aus Köln rüberschwappenden Minimaltrend aufgegriffen und gespielt. Zu der Zeit lief überall in Ostsachsen noch Discohouse; Minimal wurde höchstens in der Lounge gespielt (ich verallgemeinere hier bewusst, dass es auch Ausnahmen gab ist unstrittig).

Doch irgendwann nahm dieser Minimaltrend ausufernde Formen an und man hatte das Gefühl immer und immer wieder die gleichen Platten zu hören. Frustriert von dieser Entwicklung habe ich angefangen, mich abseits vom 4 to the floor Schema umzusehen und habe Drum & Bass entdeckt. Da war sie wieder, die Energie früher Technoveranstaltungen, wo auf dem Floor geschwitzt und geravet und nicht geschunkelt und geglotzt wurde. Doch auch diese Zeit war dann so vor zwei Jahren für mich vorbei als ich merkte, dass es auf einmal wieder Techno zu kaufen gab. Richtigen Techno, rau, unverbraucht, dunkel und schmutzig, ohne dabei stumpf und stupide in 140BPM Bereiche abzugleiten. Und ich fühle mich dabei so wohl, wie lange nicht mehr mit einer Musik. Parallel dazu kaufe und spiele ich aber immer noch Hip Hop, Funk und ein bisschen Dubstep / Drum & Bass. Ich versuche mich für alle Genres offen zu halten. Die Qualität muss nur stimmen.

banq.de: Was waren denn generell deine ersten Berührungspunkte mit elektronischer Musik?

Monomood: Ha, da ist der Moment, mit den Peinlichkeiten rauszurücken. Ich, als Kind der Neunziger und einer Familie dessen Musikgeschmack sich durch Musikantenstadl und Schlagerhitparaden definierte, habe meinen Einstieg über Eurodance (ich fand die anstößigen Videos von E-Rotic immer toll), dann Thunderdome und Trance gefunden. Bei der Prägung ist es überhaupt verwunderlich, dass ich im Moment nicht Lady Gaga hörend mit meinem tiefer gelegten Golf bei McDonalds abhänge…;) Letztes Jahr habe ich bei Ebay die komplette Thunderdom Kollektion erstanden – mein ganzer Stolz.

banq.de: Geboren Mitte der 80er hast du ja die intensive Zeit für elektronische Musik in Ostsachsen miterlebt. Mittlerweile lebst du seit 10 Jahren in Berlin, hast deine Basis aber immer noch hier. Was macht für dich den Reiz oder auch den Charme von Berlin als auch von Dresden aus?

Monomood: Berlin hat keinen Charme! ;) Nein im Ernst, die Entscheidung in Berlin zu bleiben, ist im Moment noch eine rein berufliche. Sicherlich hat die Stadt viele Reize, vor allem mit Blick auf die einzigartige Clubkultur.

Aber ich bin kein Stadtmensch. Die Menschen sind mir dort zu oberflächlich, die Luft zu schmutzig und der Lärmpegel zu hoch. Ganz anders irgendwie die Szene und das Umfeld in Dresden. Alles ist viel familiärer, vertrauter und offener. Auch würde ich die Subkultur in Dresden als funktionaler beurteilen, als wie die in Berlin. Die Kultur in der Hauptstadt ist massiv geprägt von den Touristen und deren Auffassung von guter Musik. Das führt dazu, dass pauschal gesagt, in allen Läden der gleiche Sound läuft. In dem Zusammenhang ist es äußerst mutig gewesen von den Berghain-Jungs einen Laden mit Hauptfokus auf Techno aufzumachen.

Sucht man jedoch mal nach Partys im Drum & Bass, Dubstep, Downbeat, was auch immer Bereich, wird’s aber schnell übersichtlich. Das mag ich an Dresden, hier läuft man durch die Neustadt und hört aus jedem Fenster irgendeine andere Musik abseits vom Minimal/House Geklicker laufen. Das ist sehr erfrischend. (Leider kein Thunderdome – Gabber mehr ;- )

Monomood | banq.de-Spezial

banq.de: Im Oktober 2011 erschien deine erste Vinyl-Veröffentlichung „Oktrosis“ auf Etui und besticht durch ihren zeitlosen Sound. Sie lässt nicht nur die geographische Nähe zum Berliner Hard Wax und zu Basic Channel vermuten. Was ist für dich das besondere an Dubtechno?

Monomood: Ohne es bewusst wahrzunehmen, hat mich der einzigartige Sound von Dubtechno-Chords schon immer begleitet. Aber erst vor zwei Jahren habe ich diesen Sound für mich überhaupt erst in ein Genre kleiden können. Es ist die Verknüpfung von Anhörmusik und Tanzbarkeit, von Chill und Groove, die für mich den Reiz ausmacht. Es gab auch keine bewussten Einflüsse. Also ich habe jetzt nicht versucht, irgendwelche Basic Channel-Sounds nachzuprogrammieren, einfach weil ich die gar nicht kannte.

banq.de: Wie kam der Kontakt zu Etui Records zu Stande?

Monomood: Der Kontakt kam über Markus (Zero In Something) von Etoka:Shapes zu Stande. Er war gerade mit dem Oliver von Etui Records dabei die "Etui Summer Camp 3" zusammenzustellen und ich war bereit mit meinen Sachen an die Öffentlichkeit zu gehen. Letztlich ist der Track dann bei den Jungs gelandet. Oliver war dabei, das Label soundmäßig wieder back to the roots in Richtung Dub und Detroit-Techno umzustrukturieren und so war die Etui Limited Serie geboren.

banq.de: Dein neues Release auf Etui hört auf den anmutenden und vielseitig klingenden Namen „Love, Dub & Machine Wars“. Was ist die Idee dahinter?

Monomood: Die Idee war zum einen, Tracks zu veröffentlichen, die mir persönlich gefallen und die oben beschriebene Charakteristik von Dubtechno transportieren; zum anderen meine Liebe zu Kellertechno, wie ich ihn ja auch in meinen DJ-Sets spiele, zum Ausdruck zu bringen.

ETUILTD003 Monomood - Love, Dub & Machine Wars by Etui Records

banq.de: Also beschreibt die Idee der Platte auch deine DJ-Sets?

Monomood: Ja definitiv. Es gibt nicht DAS Monomood-Set. Es ist immer anders und hängt von den Gegebenheiten ab. Das kann ein superhartes Abfahrt-Techno-Set sein oder ein extrem fragiles Konstrukt aus Dubtechno und Ambient. Je nach Bedarf.

Monomood @ Etui Session V by monomood

banq.de: Das nächste Mal bist du auf dem Proximity Open Air am 11.8.2012 zu hören, dessen Mitveranstalter du auch bist. Gibt es einen Act auf den du dich persönlich besonders freust?

Monomood: Nun, das Line Up ist ja generell recht hochwertig, da einen Künstler rauszupicken wird schwer. Mike Dehnert hat es mir zur Zeit grad angetan, aber ich freue mich auch auf den kompletten Breaks-Floor, weil da von Roots-Reggae bis Drum & Bass alles dabei sein wird.

banq.de: Was gibt es in Zukunft von dir zu erwarten?

Monomood: Nun im Moment scheint vieles im Umbruch. Ich hatte meinen ersten Auslandsgig, habe viele Kontakte geknüpft und dem ein oder anderen scheint meine Musik zu gefallen. So wird es im Herbst auf einem neuen Uncanny Valley Sublabel eine reine Techno Scheibe geben, deren Tracks schon im Vorfeld massiv positives Feedback auf der ganzen Welt erzeugt haben. Das freut mich natürlich und zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Ansonsten veranstalte ich mit Insect O., dem ich dieser Stelle einmal danken möchte für die Unterstützung bisher, die Etui Sessions im Sabotage, dann natürlich das Proximity Open Air und diverse andere Parties. Auf Etui wird bestimmt auch noch die ein oder andere Scheibe erscheinen.

Monomood | banq.de-Spezial

banq.de bedankt sich für das Interview und wünscht auch weiterhin gutes Gelingen und natürlich viel Spaß auf dem Proximity Open Air.

banq.de (07.08.2012)
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