in dem die Tille gebuchte Künstler ausführlich vorstellt, wollen wir die SPEZIAL-Reihe aktueller halten und auch den Veranstaltern hier die Möglichkeit geben, ihre Acts in weiterem Rahmen zu präsentieren.
In den Printstadtmagazinen ist die Länge der Artikel, die auf eine Veranstaltung hinweisen, ja höchst begrenzt und Möglichkeiten aktueller Technik, wie das Einbinden von Sounds und Videos oder Verlinkungen zu noch vertieferenden Informationen, können erst recht nicht geboten werden.
Somit können wir jetzt auch die Pressemitteilungen aufwerten, die ja in der Regel eher stiefmütterlich behandelt werden.
Mit dem banq.de-Künstlerportrait-SPEZIAL hoffen wir, euch schon im Vorfeld auf eine Veranstaltung gut vorbereiten zu können.
Verrücktsein macht verdammt kreativ! Den ultimativen Beweis für diese These liefern die selbsternannten EASTY BOYS: Klaus Schank und Günter Garstig aus der Stuttgarter Trink- und Kulturschmiede AUSSCHANK OST. Zwei übergeschnappte Burschen, die uns am 24.08.2012 in unserer Reihe COQ AU VIN einen Besuch abstatten und die Groovestation mit Breaks, Bass und House durchdrehen lassen! Obendrauf gibt es flackernde Visuals von ihrem Kollegen Christoph Witte. Und natürlich lassen es sich die Herren Kokü als Gastgeber nicht nehmen, selbst Hand anzulegen und dem Abend mit ihrer Komposition aus Breakbeat, House und Elektronik den i-Punkt zu geben...
Doch bevor sich die EASTY BOYS an den Reglern austoben dürfen, haben wir mit ein paar Fragen nachgehakt um zu erfahren, wie nah Genie und Wahnsinn bei den Herrschaften wohl liegen:
Tanzatelier Kokü: Günter Garstig und Klaus Schank - zwei Namen, dessen Träger sich wohl gesunderweise selbst nicht allzu ernst nehmen. Erzählt doch zu Beginn ein Wenig aus eurem Leben, das euch zusammen an die Turntables geführt hat...
Klaus Schank: Vor ein paar Jahren stand ich in meinem Stamm-Plattenladen „Pauls Musique“ in Stuttgart - plötzlich flackerte alles, um mich rum wurde es wahnsinnig hell und ich verwandelte mich das erste Mal in einen Easty Boy. Auf Günter traf ich erst später.
Bei einer Party malte er rosa Elefanten und ich wusste: er ist auch Easty. Günter Garstig: Am S-Bahnhof Cannstatt erfasste mich zufällig ein Lichtbogen der Oberleitung und schälte meine dunkle Seite frei. Ich wusste: will ich nicht verkalken, muss sich dieser Mr. Hyde ausleben dürfen - Günter Garstig war geboren. Klaus Schank: Wir zogen dann zusammen in unsere "Friedel Headquarters", eine alte Brause-Fabrik, wo wir mit der "Ping Pong Pinte" unsere ersten Party-Flugübungen machten und u.a. MCDE, aUTOdIDAKT, Markov von Pein und die UpItUp.com-Clique an den Plattentellern hatten.
Tanzatelier Kokü: Ihr schimpft euch also zusammen als DJ-Team „Easty Boys“ und man kann euch außerdem regelmäßig im Stuttgarter „Ausschank Ost“ antreffen - was hat’s damit auf sich? Pubertäre Hip-Hop-Allüren mit einem Schuss Ostalgie? Ist der Ausschank quasi euer zweites Wohnzimmer...?!
Günter Garstig: Knallharte Party-Allüren mit einem Schuss Vodka! Fortschritt durch Experimente. Wir mischen Platten und Alkoholika. Beliebt sind unsere Lutschbonbon-Schnäpsle... Klaus Schank: Negative Kräfte hatten mitbekommen, dass uns die Friedel-Brausefabrik als Easty Base diente. Wir mussten fliehen. Es ging um Leben und Tod. Jetzt sind da Lofts drin. Im Ausschank Ost können wir wieder ungestört agieren. Wir haben den Laden als Bar getarnt. Günter entwirft in seinem echten Leben alle paar Monate neue Neon-Siebdrucktapeten. So ist der Ausschank Ost ständig im Wandel. Wir sind dadurch schwer zu finden. Der Name kommt daher, dass der Laden im Osten Stuttgarts liegt. Außerdem Ausschank Ost, weil der Aufschwung Ost wichtig ist: Der Stuttgarter Osten war bislang ein eher ödes Stadtviertel.
Tanzatelier Kokü: In eurem Trailer sieht man euch in leuchtend weißen Sportanzügen samt überdimensionierten Basecaps. Gehört das eigentlich zum Konzept oder war das ein einmaliger Ausflug in die Untiefen der Modewelt?
Klaus Schank: Nein, das sind keine Kostüme! Wir haben da so einen bestimmten Move, der uns in die Easty Boys verwandelt, vergleichbar mit den Power Rangers. Die Klamotten sind dann schon automatisch an uns dran. Die Trainingsanzüge sind auch nicht weiß, sondern haben einen unheimlichen, silbrigen Schimmer. Woher der kommt, weiß ich nicht... Günter Garstig: ...aber ich: Spezielles Nano-Garn verleiht den Anzügen eine Subraum-Energiesignatur, die das Licht vervielfältigt. Wie ein schwarzes Loch, nur umgekehrt. Stecken wir in diesen Hüllen, is Schubrakete. Klaus Schank: In jedem Fall sieht man unsere übernatürlichen Kräfte 200 Meter gegen den Wind!
Tanzatelier Kokü: Kommen wir zum Musikalischen: ihr schwebt genau auf einer Wellenlänge oder wie sind die stilistischen Gewichte zwischen euch verteilt? Gibt’s manchmal Streit hinter den Plattentellern?!
Klaus Schank: Streit gab‘s eigentlich nie, die Richtung ist ja klar: nach vorne. Ausgehend von unseren Kumpels in NY, kommen noch Breakbeats, Hip House, Bassmusic und 4-2-the-floor auf den Teller! Es zwiebelt.
Tanzatelier Kokü: Was erwartet uns bei eurem Besuch in der Groovestation? Ihr habt ja noch einen Kollegen mit Spezialgebiet Visuals im Gepäck...
Klaus Schank: Ja, Christoph Witte! Man muss wissen, die Easty Boys sind ja nicht nur zwei. Es gibt auch Easty Girls. Das ist ein bisschen so wie zwischen den Zauberern und den Muggles. Man kann meist nicht auf den ersten Blick sehen, wer im Nebenleben ein Easty Girl oder -Boy ist... Günter Garstig: ...Christoph aber definitiv. Er und Klaus haben zusammen in einer WG in Stuttgart gewohnt, und erst nach ein paar Monaten kam beim Zechen heraus: Christoph ist auch ein Easty Boy! Er ist mit uns in die Friedel-Headquarters gezogen und hat angefangen, die östliche Kunst des Drehens schwarzer Scheiben zu lernen. Darin gut zu werden, dauert einige Jahre. Christoph ist Meister in der Kunst des harten Echtzeit-Lichtstrahls, das lässt sich in der Groovestation am 24.8. bestaunen.
Tanzatelier Kokü: Und last but not least: wer oder was verbindet euch mit Dresden? Ihr seid ja nicht zum ersten Mal in der Stadt hab ich gehört...
Günter Garstig: Klaus wohnt ja im echten Leben schon seit 5 Jahren auch in Dresden, der hat an der HfBK studiert... Klaus Schank: ...Günter war jetzt auch schon ein paar mal hier und hat bislang alle Buden gut abgerissen oder auch die Dächer in Brand gesteckt. In Zukunft machen die Easty Boys häufiger rüber nach Dresden. Wann und wo wird dann bekannt. Wie gesagt, 200m gegen den Wind...
Tanzatelier Kokü: Das kann ja heiter werden... Danke euch fürs Frage-Antwort-Spiel!