[banq.de - Kopfbild] 22.05.2013: "Nemo" von gipzy
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Labelportrait

KANN Records

Vor langer Zeit durch das Distillery-Printmagazin DRUNK angeregt, ...

Auf einen Blick
Was
:
Gratwanderung #6 Open Air
Wer
:
Manamana, Rik Elmont, André Sondermann, Matthias Speck & The Television Orchestra u.v.m.
Wann
:
15.09.2012 | 20 Uhr
Wo
:
Steinbruch Möseln (Colditz)

"Everything KANN", nothing muss! Ein Slogan als Inbegriff der Unverbindlichkeit. Doch was beim Leipziger Label definitiv ärztlich verbunden wird, sind Schranz-Schäden und Rummeltechno-Traumata. Mit schnörkellosem Deephouse und anspruchsvoller zeitgenössischer Tanzmusik ohne Effekthascherei veröffentlicht das Imprint seit 2008 Twelve-Inches von Freunden für Freunde.
Gründer und Betreiber sind Map.ache, Sevensol und Bender, wobei letztere beiden auch als DJ-Duo Manamana um Hütten und Höfe zuckeln. Als relaxtes Trio Tick, Trick und Track von Elektrohausen fröhnen sie sozusagen der technoiden Gelassen und betreiben seit diesem Jahr auch einen eigenen Record-Store im Wunderland Leipziger Südvorstadt.

Label-Portrait KANN Records

Thamash: Der Erfolg eines Label steht und fällt ja meistens auch mit dem Vertrieb und der Positionierung ganz unten im Regal bei der Bückware. Macht Diamonds and Pearls auch für euch den Rücken krumm?

Manamana: Eigentlich ist es ähnlich wie bei Red Bull. Der Vertrieb ist immer high, aber irgendwie gehen die Büchsen trotzdem ganz gut.


Video: Kitkaliitto - Moravia (Sevensol & Bender rmx)

Thamash: Beim Label-Launch 2008, da hieß es noch Bender & Sevensol. Mittlerweile lautet es ja andersherum und Alex ist nach vorn gerückt. Habt ihr drum geknobelt oder euch geknüppelt, wer die Nummer Eins ist?

Manamana: Am Anfang hat das Iska Kaek einfach entschieden, wenn sie die Cover gestaltet. Mal so, mal so. Irgendwann sind wir dann einfach bei Sevensol & Bender geblieben. Die Schrift im Japanischen, Chinesischen und Koreanischen werden ja zum Beispiel traditionell primär von oben nach unten und sekundär von rechts nach links geschrieben und gelesen. Da wird die Nummer 1 dann auch mal schnell zur 2.

Label-Portrait KANN Records

Thamash: Ist euer neustes Release "How Not To Lose Things" eigentlich mehr als Anleitung für Schusselchen wie mich zu verstehen oder doch mehr als meditatives Werkzeug für jedermann, nicht mal nur innezuhalten sondern auch sein Zeug beisammen zu halten?

Manamana: Wenn du tatsächlich gern mal dein Handy aufm Autodach liegenlässt, ist es genau so gemeint. Pass also auf, Junge!

Label-Portrait KANN Records

Thamash: Was hat es eigentlich mit dem limitierten KANN-RSD-Release im vergangenen Jahr auf sich und wird es da in absehbarer Zeit eine Fortführung geben? Und wofür steht überhaupt RSD, etwa für "Regionalprädikat Sächsische Deepness"?

Manamana: Die Platte erschien zum Record Store Day Berlin am 5.11.2011, keine Ahnung ob das nun in Verbindung mit dieser Dreibuchstabenabkürzung RSD steht. Wenn doch, würden wir gern wieder so eine Platte realisieren und hoffentlich diesmal nicht wieder nur für eine Handvoll Berliner Shops. Da könnten doch auch ein paar mehr Recordshops im Ländle mitspielen. Wir hätten auf jeden Fall Bock.


Player: Sevensol & Bender - How Not To Lose Things

Thamash: Seit diesem Jahr ist KANN ja nicht mehr nur ein Label sondern auch ein richtiger Plattenladen in Leipzig zum Reinkommen und Raussuchen. Wie ist euch denn dieses Ladenlokal zugeflogen?

Manamana: Den Laden an sich gibt es in Leipzig ja schon seit 15 Jahren und hieß bis Mai 2012 noch Freezone Records. Wir sind sozusagen die 3. oder 4.Generation die sich da versucht. Wahrscheinlich nun auch die letzte.

Label-Portrait KANN Records

Thamash: Als Crew seid ihr ja diesen Sommer unter anderem mit dem Nachtdigital schon recht freiluftverwöhnt. Ist da die Gratwanderung als kleines, lokales Open Air immer noch ein Highlight für euch fernab internationaler Hipness?

Manamana: Zufällig kommen ein paar Freunde aus Amsterdam am kommenden Wochenende nach Leipzig zu Besuch. Die kommen dann am Samstag auch mit zum Open Air nach Möseln. Mehr Hipness gibt es dann glaube auf Ibiza auch nicht. Hoffen wir mal, dass es nochmal annähernd so warm wird wie heute.

Label-Portrait KANN Records

Thamash: Was sind eigentlich eure musikalischen und kulinarischen Pläne bis zum Jahresende und darüber hinaus? Neben Platten auch endlich Pommes in eurem Laden oder der erste Longplayer inklusive schwarzem, spielbarem Pizzateller?

Manamana: Pommes Frites wären super! Leider muss dafür erst ein Fettabscheider im Shop installiert werden. Der Umbau zieht sich aber wahrscheinlich noch bis nächstes Jahr. Vielleicht machen wir dann doch erst noch ein paar Schallplatten bis dahin. Unter anderem steht die Family Horror Remix EP, ein Album und noch eine 12" an.

Thamash: Großartig, wir freuen uns drauf und danken euch für eure Zeit.

Thamash Kestawitz (10.09.2012)
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